Arteriosklerose während der Wechseljahre

Die Symptome in den Wechseljahren stellen für viele Frauen eine enorme Belastung dar und können die Lebensqualität mitunter stark einschränken. Einige Symptome können dabei sogar lebensbedrohlich sein, so wie die Arteriosklerose (Atherosklerose/ Gefäßverkalkung)

Was ist Arteriosklerose?

arterioskleroseBei der Arteriosklerose handelt es sich um eine Vernarbung der Arterien. Dort, in den wichtigen „Zuleitungen“, die alle unsere Organe und Gewebezellen mit lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgen, lagern sich unter anderem cholesterinhaltige Partikel (Fette) ab. Die lebenswichtigen „Transportwege“ werden dadurch immer undurchlässiger.

Welche Folgen hat die Erkrankung?

Die Diagnose Arteriosklerose löst bei den meisten Menschen nicht sofort Panik aus. Allerdings gehören Gefäßverkalkungen zu den häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt.

Denn durch die verengten Gefäße kann es im schlimmsten Fall zu Schlaganfällen oder einen Herzinfarkt kommen.

Ursachen für Arteriosklerose

Die Arteriosklerose kann viele Ursachen haben. Zum Beispiel wurde in einer Studie erwiesen, dass eine genetische Veranlagung diese Erkrankung begünstigt. Das gilt interessanterweise vor allem für Menschen der westlichen Hemisphäre. Menschen mit asiatischer Herkunft weisen diese genetische Veranlagung nicht auf. Es ist davon auszugehen, dass aus diesem Grund in den asiatischen Ländern wesentlich weniger Menschen an einer Herz-Kreislauferkrankung sterben.

Des Weiteren gibt es einige Risikofaktoren, die die Entstehung der Gefäßverkalkung fördern. Dazu zählen vor allem das Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes oder Bluthochdruck.

Woran merke ich, dass meine Gefäße verkalkt sind?

Die Arteriosklerose ist eine sehr tückische Erkrankung, da sie sich über Jahrzehnte unbemerkt im Körper entwickeln kann. Viele Betroffene spüren die Folgen der Erkrankung erst in einem späten Stadium. Dabei hängen die Beschwerden damit zusammen, welcher Bereich von der Arterienverkalkung betroffen ist.

Bei verengten Herzkranzgefäßen kann es zum Beispiel zu einem Gefühl der Enge in der Brust kommen. Sind die Gefäße in den Beinen oder im Becken betroffen, dann sind schmerzende Beine ein Warnsignal. In diesem Zusammenhang wird auch von der „Schaufensterkrankheit“ gesprochen, weil die Betroffenen öfter Pausen beim Gehen einlegen müssen, damit die Schmerzen aufhören.

Verengte Gefäße in den Nieren können sich unter anderem durch Bluthochdruck bemerkbar machen. Auch eine eingeschränkte Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen kann durch eine Arteriosklerose verursacht werden.

Welchen Einfluss haben die Wechseljahre auf die Entstehung von Arteriosklerose?

Die meisten Beschwerden des Klimakteriums werden durch die Veränderung des Hormonhaushaltes im weiblichen Körper verursacht. Dabei zeigt sich, dass vor allem der sinkende Östrogenspiegel auch einen Einfluss auf die Herzgesundheit bei Frauen haben kann.

Experten gehen davon aus, dass das weibliche Hormon Östrogen einen gefäßschützenden Effekt hat. In verschiedenen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass es in den Arterien Rezeptoren für das Hormon Östrogen gibt. Das Östrogen sorgt dort dafür, dass die Gefäße geweitet werden und das Blut ungehemmt zirkulieren kann. Durch die sinkenden Östrogenwerte in den Wechseljahren, fällt dieser Gefäßschutz allmählich weg. Das Risiko für eine Arterienverkalkung wächst.

Der sinkende Östrogenspiegel kann sich aber nicht nur direkt auf die Gefäßwände auswirken. Auch die anderen typischen Symptome der Wechseljahre können die Entstehung einer Arteriosklerose begünstigen. So trägt der sinkende Spiegel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen auch dazu bei, dass Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes leichter entstehen können.

Schutz vor Arteriosklerose durch Hormontherapie?

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Studien, die sich mit der Auswirkung einer Hormontherapie auf die Gefäßgesundheit von Frauen in und nach den Wechseljahren beschäftigen.

Fest steht, dass der Mangel an Östrogenen die Entstehung von koronaren Herzerkrankungen begünstigen kann. Allerdings sind sich die Experten nicht ganz einig darüber, inwieweit die Verabreichung von künstlichen Hormonen das Risiko solcher Erkrankungen senken kann.

Die Studien haben bisher gezeigt, dass gesunde Frauen, die frühzeitig mit einer Östrogentherapie begonnen haben, später weniger häufig eine Thrombose, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt bekommen haben.

Bei Frauen, die bereits an einer Arterienverkalkung leiden, kann die Medikation mit Hormonen hingegen gefährlich werden.

Wird dann nämlich mit einer Hormonersatztherapie begonnen, dann können die Östrogene dafür sorgen, dass sich die Ablagerungen in den Arterien lösen und die Blutgefäße im Herz oder im Hirn verstopfen. Die Folge sind ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall.

Die Hormonersatztherapie kann sich nur dann positiv auf die Gesundheit der Gefäße auswirken, wenn die Frau zu einem möglichst frühen Zeitpunkt in ihren Wechseljahren damit beginnt. Wichtig ist auch, dass zum Beginn der Therapie keine (beginnende) Arteriosklerose diagnostiziert wurde. 

Weitere Infos auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Arteriosklerose