Hilfe während der Wechseljahre

Gerade glaubt man seinen Körper verstanden zu haben, dann treten plötzlich Veränderungen auf, die einen völlig aus der Bahn werfen. So ergeht es zahllosen Frauen ab einem Alter von Mitte, Ende 40.

Viele Frauen stehen an diesem Punkt in ihrem Leben mit beiden Beinen fest im Berufsleben, haben erwachsene Kinder und ein erfülltes soziales Leben. Doch plötzlich stellen sich Veränderungen ein, die nicht selten Panik auslösen. Auf einmal stellt man fest, dass die Periode längst überfällig ist, der Busen spannt und die Stimmung einer Achterbahnfahrt gleicht. Diese Symptome sind den meisten Frauen bereits aus ihren Schwangerschaften bekannt. Allerdings können die Symptome ab einem bestimmen Alter auch ein Hinweis auf den Beginn der Wechseljahre sein.

Der Beginn der Wechseljahre ist für viele Frauen ein einschneidender, hochemotionaler Moment. Bedeutet die Menopause doch das Ende der Fruchtbarkeit.

Doch woran kann ich erkennen, ob es sich bei meinen Symptomen um klimakterische Beschwerden oder die Symptome einer Erkrankung handelt? Gibt es typische Wechseljahresbeschwerden? Leiden alle Frauen unter den gleichen Beschwerden?

Und wie lange können die Symptome der Wechseljahre anhalten?

Sind das schon die Wechseljahre?

Die meisten Frauen bemerken zunächst eine Veränderung ihres Zyklus. Auch Scheidentrockenheit, Hitzewallungen, Brustbeschwerden, Stimmungsschwankungen oder Veränderungen der Haut gehören zu den Symptomen, unter denen Frauen in einem durchschnittlichen Alter von 50 Jahren häufig leiden. Bei diesem Symptomen handelt es sich um typische Wechseljahresbeschwerden.

Es gibt darüber hinaus aber auch Symptome, die nicht sofort mit dem Klimakterium in Verbindung gebracht werden. So kann ein erhöhter Blutdruck durchaus auch eine Folge der hormonellen Umstellung im Körper sein.

Auch die Gewichtszunahme muss nicht ausschließlich etwas mit dem Essverhalten zu tun haben.

Und der plötzliche Haarverlust ist nicht zwangsläufig eine Folge von Stress und Mangelernährung. Diese und andere Symptome können ebenfalls mit dem Klimakterium in Zusammenhang stehen.

Einige der Symptome, wie zum Beispiel Bluthochdruck und Gewichtszunahme, können zu ernsthaften Folgeerkrankungen wie dem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen. Zudem steigt durch das erhöhte Gewicht auch das Risiko an Diabetes zu erkranken. Auch die Knochen und Gelenke, die vom veränderten Hormonhaushalt ebenfalls betroffen sind, können unter einem hohen Körpergewicht zusätzlich leiden.
Um die Symptome sicher deuten zu können, um ernsthafte Erkrankungen ausschließen zu können, um Folgeerkrankungen präventiv behandeln zu können und um die Symptome des Klimakteriums lindern zu können, ist eine sichere Diagnose durch den Arzt erforderlich. Eine sichere Diagnose erfordert umfangreiche physische und labortechnische Untersuchungen.

Es gibt eine ganze Reihe von charakteristischen und eher unspezifischen Symptomen, die sich mit dem Beginn der Wechseljahre einstellen können. Auch können sich die Symptome im Laufe der Zeit verändern. Zudem können sich hinter einigen Symptomen auch andere Erkrankungen verbergen. Wirklich sicher können die Wechseljahre daher nur von einem Gynäkologen diagnostiziert werden.

Behandlungsmöglichkeiten gegen Wechseljahresbeschwerden

Die gute Nachricht für Frauen mit lästigen Wechseljahresbeschwerden ist, dass sie sich damit nicht einfach abfinden müssen. Denn es gibt sehr gute Behandlungsmöglichkeiten für die Symptome.

Hormonersatztherapie als Behandlung

Hormonersatztherapie ist das Schlagwort, welches in Bezug auf die Behandlung klimakterischer Beschwerden am häufigsten genannt wird. Und das aus recht unterschiedlichen Gründen. Zunächst einmal gilt es inzwischen als erwiesen, dass die Symptome der Wechseljahre durch eine Behandlung mit Hormonen deutlich gelindert oder sogar völlig beseitigt werden können. Für Frauen bedeutet das vor allem den Erhalt der Lebensqualität.

Der Hormontherapie haftet aber nach wie vor auch ein negatives Image an. So gibt es beispielsweise Hinweise darauf, dass die Behandlung mit Hormonen ein erhöhtes Thrombose-Risiko mit sich bringt. Auch wird ein Zusammenhang mit einem erhöhten Krebsrisiko vermutet. Es gibt allerdings auch eine ganze Reihe von Studien, die zu einem anderen Ergebnis gekommen sind.

Bei der Zusammenstellung der Hormontherapie ist das individuelle Profil der Frau entscheidend. Bei der Erstellung des Profils sind die Befunde der Frau, die vorliegenden Symptome und das persönliche Risiko für bestimmte Erkrankungen zu berücksichtigen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Arzt ist hier von enormer Bedeutung.

Tipps: So kommen Sie entspannt durch die Wechseljahre

Wenn mithilfe einer Hormontherapie die Symptome der Wechseljahre auf ein Minimum reduziert werden können, dann kann das Leben eigentlich ganz normal weitergehen. Allerdings ist das Klimakterium auch eine große Herausforderung für Psyche und Seele. Immerhin müssen die Veränderungen, die sich durch die Umstellung des Hormonhaushaltes einstellen auch mit dem Kopf verarbeitet werden.

Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Aggressivität oder Ängste können eine unmittelbare Folge der Hormonumstellung sein. Die Hormonumstellung kann aber auch bereits vorhandene Ängste und Depressionen verstärken. Vor allem, wenn sich die Lebensumstände plötzlich ändern oder dramatische Ereignisse einstellen.

Daher ist es wichtig, dass sich Frauen in dieser Lebensphase gut um sich kümmern. Entspannende, meditative Momente dem Erhalt einer gesunden Psyche ebenso dienlich wie sportliche Aktivität. Vor allem, wenn die Aktivität zusammen mit anderen durchgeführt wird. Das lindert Stress, verhindert soziale Abgrenzung und hält obendrein auch den Körper gesund.

Für den entspannten Weg durch die Wechseljahre ist die ärztliche Behandlung ebenso wichtig wie ein lebensbejahender, gesunder Lebensstil. Zudem gibt es reichlich Tipps was Frauen tun können, um verschiedene Symptome auf ganz natürliche Weise zu lindern.