Muskelschmerzen während der Wechseljahre

Schmerzende Muskeln oder Gelenke, die an manchen Tagen etwas „steif“ zu sein scheinen, sind gerade mit fortschreitendem Alter nicht ungewöhnlich. Oft wird die tägliche Belastung aus Beruf, Familie und „Freizeitstress“ dafür verantwortlich gemacht, dass die Muskeln in den Beinen schmerzen. Für die Schmerzen in den Schultern, der Hüfte oder in den Knien wird neben einer Überbeanspruchung dann auch die altersbedingte Abnutzung vermutet.

Muskel- und Gelenkschmerzen können vielerlei Ursachen haben. Unter anderem können die Beschwerden auch in Folge des absinkenden Hormonspiegels im Zuge der Wechseljahre vorkommen.

Keine klassischen Wechseljahresbeschwerden

muskelschmerzenStimmungsschwankungen, Zyklusstörungen, Hitzewallungen oder Scheidentrockenheit werden oft sofort als Symptome für das Klimakterium erkannt. Hinter Beschwerden mit den Muskeln oder den Gelenken werden hingegen zuerst meist andere Ursachen vermutet. Dabei sind gerade diese Beschwerden keine Seltenheit bei Frauen im entsprechenden Alter.

Bis zu zwei Drittel aller Frauen klagen während ihrer Wechseljahre über Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Insgesamt leiden Frauen in den Wechseljahren doppelt so häufig an Muskel- und Gelenkschmerzen wie Frauen vor den Wechseljahren.

Typischerweise werden Wechseljahresbeschwerden durch Veränderungen im Hormonhaushalt hervorgerufen. Und so gibt es auch einen Zusammenhang zwischen den Wechseljahren und Beschwerden in den Gelenken oder Muskeln.

 

Was verursacht die Beschwerden?

Wissenschaftler vermuten hinter den mit dem Klimakterium verbundenen Muskel- und Gelenkbeschwerden das Absinken des Östrogenspiegels.

Es gibt beispielsweise Erkenntnisse darüber, dass sich am Nervensystem „Andockstellen“ für Östrogen befinden. An dieser Stelle, so vermuten die Wissenschaftler, hat das Östrogen einen Einfluss auf die Verarbeitung von Schmerzen. Nimmt nun also im Zuge der Wechseljahre die Konzentration an Östrogen im Körper ab, dann können Schmerzen stärker empfunden werden. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Östrogen eine schmerzlindernde Wirkung haben soll.

Darüber hinaus gibt es auch in den Gelenken Östrogenrezeptoren. Diese Rezeptoren sind in den Immunzellen zu finden. Der sinkende Östrogenspiegel während der Wechseljahre kann an dieser Stelle dazu beitragen, dass die Immunabwehr geschwächt wird und dadurch leichter entzündliche Prozesse in den Gelenken entstehen können.

Gelenkbeschwerden richtig deuten

Länger anhaltende Beschwerden sind immer ein Zeichen dafür, dass irgendwo etwas im Argen liegt. Deshalb sollten Frauen bei anhaltenden Beschwerden immer einen Arzt aufsuchen.

Der Arzt muss dann abklären, wo die Ursachen für die Symptome liegen. Mit zunehmendem Alter steigt naturgemäß auch das Risiko an einer Arthrose zu erkranken. Dabei handelt es sich um Verschleißerscheinungen, die im Laufe des Lebens durch die dauernde mechanische Beanspruchung der Gelenke entstehen können. Bei einer Arthrose können die Gelenke stark schmerzen.

Neben dem Verschleiß, der Arthrose, kann auch eine entzündliche Erkrankung in den Gelenken die Ursache für starke Schmerzen sein. Hier spricht man von einer rheumatoiden Arthritis. Neben Schmerzen kann dieser entzündliche Prozess auch zu einer Steifigkeit der Gelenke führen.

Erst wenn der Arzt nach eingehender Untersuchung eine andere Erkrankung ausschließen kann, kann eine Behandlung mit Blick in Richtung klimakterische Beschwerden angegangen werden.

Behandlung von wechseljahresbedingten Gelenkbeschwerden

Kann vom Arzt eindeutig festgestellt werden, dass die Beschwerden der Patientin durch die Veränderung des Hormonhaushaltes im Rahmen der Wechseljahre ausgelöst werden, dann können diese Beschwerden entsprechend behandelt werden.

In der Regel wird eine Hormontherapie verabreicht. Welche Mittel genau zum Einsatz kommen, darüber entscheidet auch das allgemeine Beschwerdebild der Patientin. Treten zum Beispiel neben den Gelenkbeschwerden noch weitere typische Wechseljahressymptome (zum Beispiel Hitzewallungen, Scheidentrockenheit oder Brustbeschwerden) auf, dann wird in der Regel anders behandelt als beim Auftreten lediglich eines Symptoms – in diesem Fall Gelenkbeschwerden.

Bei einer Hormontherapie zur Behandlung von Muskel- und Gelenkbeschwerden im Klimakterium kommen vor allem östrogenhaltige Mittel zum Einsatz. Diese können in verschiedener Form Anwendung finden. Neben Tabletten gibt es auch die Möglichkeit der transdermalen Hormontherapie. Hier kommen hormonhaltige Salben oder Gels zum Einsatz, die lokal und sehr niedrig dosiert angewendet werden können.