Beginn der Wechseljahre

Die Wechseljahre oder das Klimakterium sind ein Prozess, der sich über mehrere Jahre hinweg vollzieht. Diese Lebensphase kann sich über eine Periode von bis zu 15 Jahren erstrecken. Wie lange die Wechseljahre andauern, das ist von Frau zu Frau verschieden. Und auch der Beginn dieser Zeit der körperlichen Veränderungen liegt bei jeder Frau woanders.

Wann beginnen die Wechseljahre?

Bei den meisten Frauen beginnen die Wechseljahre in einem Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Es gibt allerdings auch Frauen, bei denen beginnen die körperlichen Veränderungen schon in deutlich jüngeren Jahren. Die Ärzte sprechen dann von einem Klimakterium praecox oder der prämaturen Menopause.

Erste Symptome der Wechseljahre

Die ersten Symptome der Wechseljahre werden von vielen Frauen oft fehlinterpretiert. Denn die Frauen stehen mit Mitte, Ende 40 oder Anfang 50 mit beiden Beinen im Leben und sind mit Beruf und Familie voll eingespannt.

Da werden Zyklusstörungen, Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen gerne mal auf den stressigen Alltag zurückgeführt.

Allerdings können genau das die ersten Anzeichen der beginnenden Wechseljahre sein.

Zyklusstörungen

Das erste Anzeichen der Wechseljahre sind in der Tat Zyklusschwankungen. Das geschieht ab einem Zeitpunkt, da die Eierstöcke nicht mehr genügend Eizellen heranreifen lassen. Dies hat als erstes die Folge, dass Östrogen gebildet wird. Dadurch kann dann auch der Eisprung ausbleiben. Das wiederum hat zur Folge, dass das Gelbkörperhormon Progesteron nicht gebildet wird. Daraus ergeben sich dann die Zyklusstörungen.

Die Zyklusstörungen können in unterschiedlicher Form äußern. So kann der Abstand zwischen den Monatsblutungen viel geringer oder länger als üblich sein. Bei kürzeren Zyklen kann die Blutung sehr schwach und kurz ausfallen und bei längeren Zyklen kann die Blutung dann sehr stark sein. Es ist auch möglich, dass die Blutung während eines Zyklus ganz ausbleibt.

Übrigens werden die Zyklusschwankungen von Frauen, die zur Empfängnisverhütung die Pille einnehmen häufig gar nicht bemerkt.

Schlafstörungen und Hitzewallungen

Da einige Frauen aufgrund ihrer hormonellen Empfängnisverhütung Zyklusstörungen als erstes Signal des einsetzenden Klimakteriums nicht bemerken, werden oft zuerst Schlafstörungen und Hitzewallungen als Symptome wahrgenommen. Allerdings werden die oft fehlinterpretiert. Denn aufgrund des immer noch regelmäßigen Zyklus (dank Pille) werden der schlechte Schlaf oder das ständige Schwitzen nicht selten auf einen besonders stressigen Alltag geschoben.

Natürlich kann es sein, dass Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Hitzewallungen, unerklärliche Wutausbrüche oder eine ständige Gereiztheit ihre Ursache in einer Überforderung haben.

Allerdings gehen Experten auch davon aus, dass der sinkende Hormonspiegel ein Auslöser für diese Symptome sein kann. Allerdings hat sich den Experten bisher noch nicht genau erschlossen, wie sich die Hormone genau auf die Psyche der Frau auswirken.

Brustbeschwerden vor der Periode

Ein weiteres Anzeichen für die beginnenden Wechseljahre sind Spannungsgefühle in der Brust vor der Periode. Verursacht werden diese Beschwerden durch ein Hormonungleichgewicht. Dabei spielt ein oft noch normaler Östrogenspiegel und ein bereits sinkender Progesteronspiegel eine Rolle. Das kann zur Folge haben, dass sich Wasser im Brustdrüsengewebe einlagert, wodurch es zu einem Ziehen oder Spannungsgefühlen in der Brust kommen kann.

Diese Beschwerden werden von den Frauen oft nicht als Symptome der Wechseljahre wahrgenommen, da derartige Beschwerden auch in jüngeren Jahren vorkommen können.

Stimmungsschwankungen, Zyklusstörungen oder Spannungsgefühle in der Brust können Symptome der Wechseljahre sein. Die Symptome können aber durchaus auch durch einen besonders stressigen Alltag, einschneidende Veränderungen im Leben oder diverse andere Erkrankungen ausgelöst werden.

Wie kann ich die Wechseljahre sicher erkennen?

Frauen, die in einem Alter ab etwa 45 Jahren erste Anzeichen für das Klimakterium bei sich feststellen, die haben meist keinen Zweifel daran, dass es sich um den Beginn einer neuen Lebensphase handelt. Bei Frauen, bei denen die Symptome bereits in einem Alter von 35 Jahren auftreten, herrscht hier verständlicherweise oft große Unsicherheit.

Die Wahrscheinlichkeit in einem Alter von 30 Jahren in die Wechseljahre zu kommen liegt bei etwa 1 : 1.000. Die Wahrscheinlichkeit in einem Alter von 40 Jahren in die Wechseljahre zu kommen liegt bei 1 : 100.

Ein Hormontest sorgt für Gewissheit

Um wirklich Gewissheit zu bekommen, ob es sich bei den doch recht unspezifischen Symptomen um die Wechseljahre handelt, ist der Gang zum Gynäkologen unumgänglich. Dort wird der Hormonspiegel der Frau zu unterschiedlichen Zeitpunkten während der Zyklen gemessen und verglichen. Erst dann kann sicher gesagt werden, ob sich die Frau in ihren Wechseljahren befindet.

Die Bestimmung einzelner Hormonwerte ist wenig aussagekräftig, da Schwankungen im Hormonspiegel auch in anderen Lebensphasen normal sind.