Diagnose der Wechseljahre

Ab wann sich eine Frau in ihren Wechseljahren befindet, lässt sich anhand von Symptomen nur vermuten. Zwar gelten Symptome wie eine unregelmäßige Monatsblutung oder Hitzewallungen als klare Zeichen für den Beginn des Klimakteriums, allerdings kann das Einsetzen der Wechseljahre nur von einem Gynäkologen sicher diagnostiziert werden.

Hinter den typischen Wechseljahrsbeschwerden können sich auch andere Erkrankungen verbergen. Außerdem gibt es auch etliche andere Beschwerden, die nicht typischerweise für Begleiterscheinung der Wechseljahre gehalten werden, aber dennoch in einem Zusammenhang damit stehen können.

Wann sollten Frauen einen Gynäkologen aufsuchen

Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf den Beginn der Wechseljahre hinweisen können. Treten diese Symptome auf, dann sollten Frauen ihren Gynäkologen aufsuchen.

  • Zyklusstörungen
  • Hitzewallungen
  • Scheidentrockenheit
  • Veränderungen an der Brust, an der Scheide oder an der Gebärmutter

Treten diese Symptome bei Frauen ab einem Alter von etwa 45 Jahren auf, dann können sich dahinter tatsächlich die Wechseljahre verbergen.

Die ärztliche Untersuchung

 

Das Gespräch

Die ärztliche Untersuchung beginnt zunächst mit einem ausführlichen Gespräch. Hierbei werden die Beschwerden, eventuelle Zyklusstörungen und andere Grunderkrankungen erfragt. Zudem werden auch die derzeitigen Lebensumstände der Frau erörtert. So kann sich beispielsweise auch eine ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung, viel Stress, ungesunder Ernährung und vermehrten Alkohol- und Tabakkonsum auf den monatlichen Zyklus auswirken.

Die physische Untersuchung

Dem ausführlichen Gespräch schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Hierbei stellt der Gynäkologe den allgemeinen Gesundheitszustand der Frau fest. Die Untersuchung beinhaltet das Messen des Blutdrucks und die Bestimmung der körperlichen Konstitution (Größe und Gewicht).

Diese allgemeinen Untersuchungen sind wichtig im Hinblick auf eventuelle Folgeerkrankungen, wie kardiovaskuläre Erkrankungen (Bluthochdruck) unter denen Frauen in den Wechseljahren vermehrt leiden.

Anschließend werden die Brust und die Genitalien (Abtasten, Abstrich und in der Regel auch Ultraschall) der Frau untersucht.

Laboruntersuchung

Im Rahmen der Untersuchung wird die Frau auch um eine Blut- und Urinprobe gebeten. Die daraus gewonnenen Laborwerte geben unter anderem Aufschluss über die Blutfettwerte (Cholesterin, LDL, HDL, Triglyceride) und den Blutzuckerspiegel. Darüber hinaus werden die Antikörper, Mineralstoffe, Eiweiße und Enzyme bestimmt. Bestimmte Werte im Blut können auf eine Erkrankung oder auf das Risiko für eine Erkrankung hinweisen.

Neben den Laborwerten, die Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustand der Frau geben, liefern die Laborwerte auch wichtige Daten zum Hormonspiegel der Frau.

Wird bei der Laboruntersuchung ein veränderter Östrogen und Progesteronspiegel festgestellt, dann ist das ein sicheres Zeichen für das Klimakterium. Neben den typischen Geschlechtshormonen haben unter anderem auch das follikelstimulierende Hormon (FSH) und die Schilddrüsenhormone einen Einfluss auf den weiblichen Zyklus.

Weiterführende Untersuchungen

Werden im Rahmen der Untersuchungen zum Beispiel Anhaltspunkte für ein Erkrankungsrisiko für bestimmte Krebsarten festgestellt, dann leitet der Gynäkologe weitere Untersuchungen zur Früherkennung (zum Beispiel Mammographie) ein.

Da der sinkende Östrogenspiegel auch einen Einfluss auf die Knochendichte hat, wird zudem häufig eine Knochendichtemessung veranlasst, um eine eventuelle Osteoporose auszuschließen oder zu erkennen.

Diagnose bei unspezifischen Beschwerden

Treten die typischen Wechseljahrsbeschwerden ab einem bestimmten Alter auf, dann vermuten Frauen dahinter oft schon richtigerweise den Beginn einer neuen Lebensphase. Doch es gibt auch eher unspezifischen Beschwerden, die unmittelbar mit den Wechseljahren in Zusammenhang stehen können. Besonders häufig werden dabei zwei Beschwerden fehlinterpretiert und dementsprechend oft auch falsch behandelt.

  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen

Schmerzen in den Gelenken oder in den Muskeln können aus ganz unterschiedlichen Gründen auftreten. Mit zunehmendem Alter werden gerade diese Beschwerden jedoch oft mit Abnutzung oder Überbeanspruchung begründet. Auch können sich dahinter ernsthafte Erkrankungen wie zum Beispiel eine Arthrose verbergen. Allerdings können diese Beschwerden auch aufgrund der Wechseljahre auftreten.

Bis zu 70 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren leiden unter Gelenk-und Muskelschmerzen.

Hinter den in den Wechseljahren vermehrt auftretenden Schmerzen vermuten Ärzte die Abnahme des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Dieses hat unter anderem einen Einfluss auf das Immunsystem, den Stoffwechsel in den Knochen und Knorpeln und auf die Schmerzverarbeitung.

Das Zusammenspiel aus Hormonen und den Rezeptoren in den Gelenken und einigen Teilen des Nervensystems ist sehr komplex. So gibt es Hinweise darauf, dass das Hormon Östrogen einen schmerzlindernden Effekt hat, wenn es an bestimmten Rezeptoren im Nervensystem andockt. Sinkt der Hormonspiegel nun im Zuge der Wechseljahre, können Schmerzen, beziehungsweise das Schmerzempfinden, laut verschiedener Wissenschaftler zunehmen.

Auch in den Gelenken werden (insbesondere in den Immunzellen) Rezeptoren für das weibliche Geschlechtshormon vermutet. Mit dem sinkenden Östrogenspiegel können entzündliche Prozesse in den Gelenken begünstigt werden.

Zusammenfassung

Die eigentliche Diagnose der Wechseljahre (Klimakterium) ist für einen Gynäkologen leicht. Vor allem die Feststellung des Hormonspiegels gibt sicher Aufschluss darüber, ob sich eine Frau in den Wechseljahren befindet. Weitere körperliche und labortechnische Untersuchungen helfen dabei, mit den Wechseljahren einhergehende Erkrankungen oder Erkrankungsrisiken, zu behandeln und zu erkennen