Dauer der Wechseljahre

Wenn sich der Hormonhaushalt im Körper eines Menschen zu verändern beginnt, dann passiert das nicht über Nacht. Schon in der Pubertät durchlebt jeder die hormonelle Veränderung seines Körpers und seiner Psyche anders und in einem anderen Zeitraum. Das gilt auch für die Wechseljahre (Klimakterium) bei der Frau.

schwitzen-hitzewallungen-wechseljahre

Der Verlauf der Wechseljahre

So wie der Beginn der Geschlechtsreife endet die Geschlechtsreife bei jeder Frau auch zu einem anderen Zeitpunkt. Bis der Abschluss dieser Lebensphase erreicht wurde, können bis bis zu 15 Jahre vergehen.

Veränderung des monatlichen Zyklus

Wie alles beginnt

Jede Frau ist von Geburt an mit einer bestimmten Anzahl an Follikeln in ihren Eierstöcken ausgestattet. Mit Beginn der Geschlechtsreife in der Pubertät beginnen diese Follikel in den Eierstöcken heranzureifen. Das wiederum setzt die Produktion des Geschlechtshormons Östrogen in Gang. Nach dem Eisprung (in der zweiten Zyklushälfte) wird das weibliche Geschlechtshormon Progesteron produziert.

Dieses Hormon ist wichtig für die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter. Nistet sich im Laufe eines Zyklus keine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein, dann wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und ein neuer Zyklus beginnt.

Dieser Zyklus setzt sich bei gesunden Frauen über mehrere Jahrzehnte so fort und sorgt für die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau

Erneute hormonelle Umstellung

Im Laufe der Pubertät wirken sich die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron immer stärker auf den Körper der Frau aus. Die beiden Hormone bereiten den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor und sorgen auch sonst für zahlreiche Veränderungen im weiblichen Körper. Mit dem Beginn der Wechseljahre verlieren die weiblichen Geschlechtshormone immer mehr an Bedeutung.

Warum produziert der Körper weniger Geschlechtshormone?

Die Produktion der Geschlechtshormone wird durch das Heranreifen der Eizellen ausgelöst. Da der Körper jeder Frau jedoch nur mit einer begrenzten Anzahl an Eizellen ausgestattet ist, geht der „Vorrat“ irgendwann zur Neige. Das bedeutet, dass auch immer weniger Östrogen produziert wird.

Das ist ein Vorgang, der nicht von einem Monat auf den anderen abgeschlossen ist, sondern über mehrere Jahre oder gar mehr als ein Jahrzehnt lang dauern kann.

Das Ende des Zyklus

Mit dem Einsetzen der Wechseljahre kommt es immer unregelmäßiger zu den monatlichen Regelblutungen. Immer häufiger bleibt die Menstruationsblutung auch ganz aus oder die Blutung fällt deutlich schwächer und kürzer aus.

Stellen die Eierstöcke ihre Arbeit dann ganz ein, so findet keine monatliche Regelblutung mehr statt. Die Frau befindet sich nun in der Menopause.


Zeitlicher Ablauf der Wechseljahre

In den Wechseljahren durchläuft die Frau mehrere Phasen, in der sich der Hormonhaushalt in ihrem Körper (und damit auch der Körper selbst) stark verändert. Insgesamt wird zwischen vier Phasen unterschieden.

  • Prämenopause
  • Perimenopause
  • Menopause
  • Postmenopause

 

Die Prämenopause

Die Prämenopause bezeichnet den Zeitraum zwischen 2 und 5 Jahren vor der letzten Regelblutung In dieser Phase werden die Menstruationsblutungen seltener und bei einigen Frauen setzen schon die ersten Wechseljahrsbeschwerden ein. Diese Phase tritt bei vielen Frauen um das 50. Lebensjahr ein. Wobei der Beginn dieser Phase bei manchen Frauen auch schon mit dem 40. Lebensjahr beginnt und bei anderen Frauen erst mit Mitte oder Ende 50 eintritt.

Die Perimenopause

Als Perimenopause wird ein Zeitraum von etwa 2 Jahren rund um die eigentliche Menopause definiert. Sie beginnt etwa 2 Jahre vor der letzten Monatsblutung und endet etwa 2 Jahre nach der letzten Monatsblutung.

Die Menopause

Frauen treten durchschnittlich mit einem Alter von 51 Jahren in die Menopause ein. Von der Menopause spricht man, wenn seit etwa einem Jahr keine Menstruationsblutung stattgefunden hat.

Die Postmenopause

Die Postmenopause definiert den Zeitraum nach der Menopause. Diese Phase dauert zwischen 10 und 15 Jahren und endet durchschnittlich im Alter von 70 Jahren mit dem Eintritt in das Senium.


Unterschiedliche Dauer des Klimakteriums

Die vier Phasen des Klimakteriums halten sich in ihrer Dauer und in ihrer Ausprägung nicht an festgelegte Regeln. So kämpfen einige Frauen viele Jahre mit schweren Wechseljahrsbeschwerden, während andere Frauen oft nur unter leichten Symptomen leiden. Wobei bis zu 80 Prozent aller Frauen unter den typischen Symptomen wie Schweißausbrüchen, Hitzewallungen und Scheidentrockenheit leiden.

Die durchschnittliche Dauer der Wechseljahre mit all ihren Beschwerden liegt laut einer Studie mit annähernd 1.450 Frauen bei Europäerinnen bei 6,5 Jahren. Die Daten stammen aus einer Studie von “Study of Women`s Health Across the Nation”.

Im Zuge dieser Studie wurde auch festgestellt, dass die ethnische Herkunft von Frauen einen Einfluss auf die Dauer ihrer Wechseljahre haben kann. Während Frauen asiatischer Herkunft oft deutlich kürzer in ihren Wechseljahren waren, waren afrikanische Frauen im Vergleich zu Europäerinnen oft länger im Klimakterium.

Insgesamt liegt die durchschnittliche Dauer von Wechseljahren bei 7,4 Jahren.

Bei allen Studien zur Dauer von Wechseljahren werden Durchschnittswerte angegeben. Die tatsächliche Dauer der hormonellen Umstellung im weiblichen Körper bis zum Einsetzen der Menopause kann im Einzelfall jedoch deutlich länger oder kürzer ausfallen. Denn neben der Herkunft der Frau beeinflussen noch weitere Faktoren, wie die genetisch bedingte Anzahl der Follikel, Stress oder das Alter die Dauer und Ausprägung des Klimakteriums.