Medikamente einer Hormonersatztherapie

Die Symptome der Wechseljahre können die Lebensqualität der betroffenen Frauen erheblich verschlechtern. Durch die Anwendung einer Hormonersatztherapie kann das Beschwerdebild jedoch deutlich verbessert werden.

Welche Medikamente zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden eingesetzt werden, dass wird vom Gynäkologen für jeden Einzelfall ganz individuell entschieden. Bei der Entscheidungsfindung spielen neben den akuten Symptomen auch der allgemeine Gesundheitszustand und das Erkrankungsrisiko (zum Beispiel für Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebserkrankungen) der jeweiligen Patientin eine Rolle.

Im Folgenden stellen wir ein paar der häufig angewendeten Medikamente vor.

Diese Medikamente werden bei Wechseljahresbeschwerden häufig verschrieben

Bei einer Medikation denken die meisten zuerst an Tabletten. Und auch bei einer HET (Hormonersatztherapie) kommen vor allem Tabletten zum Einsatz. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, die typischen Symptome der Wechseljahre mit Pflastern zu bekämpfen.

Tabletten gegen klimakterische Beschwerden

Die folgenden vier Tabletten werden aufgrund von Wechseljahresbeschwerden besonders häufig verordnet.

  • Livial
  • Elleste
  • Premarin
  • Climopax (Premique)

Livial

livialDas Medikament Livial ist zur Behandlung von Symptomen der Wechseljahre wie Hitzewallungen, vaginale Trockenheit, Depressionen oder Reizbarkeit geeignet. Der Wirkstoff in diesem Medikament heißt Tibolon. Dieser Wirkstoff ist ein Ersatz für die weiblichen Sexualhormone, die der Körper während der Wechseljahre in immer geringerer Menge selbst produzieren kann.

Das Medikament ist auch für die Behandlung und Vorbeugung von Osteoporose (Knochenschwund) geeignet.

Bei der Behandlung mit Livial können Nebenwirkungen auftreten. Besonders häufig sind Brustschmerzen, Bauchschmerzen oder Schmierblutungen zu beobachten.

Livial darf unter bestimmten Vorrausetzungen nicht verordnet werden. Das trifft beispielsweise auf Frauen mit Kreislauferkrankungen, erhöhten Leberwerten, Schlaganfällen oder einer Brustkrebserkrankung zu.

Elleste

ellesteDas Medikament Elleste wirkt der Zurückbildung der weiblichen Geschlechtshormone während der Wechseljahre aktiv entgegen. Dadurch können typische klimakterische Beschwerden wie Scheidentrockenheit, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust oder Schlafstörungen gelindert werden.

Das Medikament kann auch bei Frauen angewendet werden, die aufgrund einer Gebärmutterentfernung bereits früher die Symptome der Wechseljahre erfahren.

Die Tabletten enthalten eine Kombination aus künstlichem Östrogen und Gestagen, um den Hormonhaushalt wieder auszugleichen.

Bei der Behandlung mit Elleste kann es zu Nebenwirkungen kommen. So kann es zu Schwindelgefühlen, erhöhtem Blutdruck, Übelkeit und in seltenen Fällen auch zu allergischen Reaktionen oder Thrombose kommen. Die Nebenwirkungen sollten nach kurzer Zeit der Einnahme wieder abklingen.

Premarin

premarinPremarin ist zur Linderung klassischer Wechseljahressymptome wie Hitzewallunge, Scheidentrockenheit oder Schlafstörungen gut geeignet. Zudem kann das Medikament auch zur Prävention von Osteoporose eingesetzt werden.

Das Medikament enthält ausschließlich ein synthetisches Östrogen. Daher ist es Frauen, denen ihre Gebärmutter noch nicht entfernt wurde immer mit einem anderen, gestagenhaltigen Präparat zu verordnen.

Premarin gilt im Allgemeinen als sehr verträglich. Dennoch kann es während der Einnahme zu Nebenwirkungen kommen. Bei diesen kann es sich um Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen oder Schwindel handeln.

Climopax (Premique)

climopaxClimopax ist ein Kombi-Präparat, welches Östrogen und Gestagen enthält. Das Medikament wird zur Behandlung der klimakterischen Beschwerden eingesetzt. Es lindert die typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Inkontinenz, Schlafstörungen oder Schweißausbrüche.

Aufgrund der enthaltenen Kombi-Wirkstoffe kann das Medikament bei Frauen eingesetzt werden, deren Gebärmutter noch nicht entfernt wurde. Zudem kann die Wirkstoffkombination auch zur Verringerung des Osteoporoserisikos während der Wechseljahre und darüber hinaus eingesetzt werden.

Die Einnahem von Climopax kann Nebenwirkungen mit sich bringen. Häufig kommt es bei der ersten Einnahme zu Schmierblutungen. Darüber hinaus können auch Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Entzündungen der Scheide oder Gelenkschmerzen auftreten. Diese Beschwerden sollten nach kurzer Zeit der Einnahme jedoch wieder abklingen.

Das Medikament darf nicht von Frauen eingenommen werden, die unter Herz-, Nieren- und Leberschäden oder auch Depressionen leiden.

Pflaster gegen klimakterische Beschwerden

Zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden werden neben Tabletten oft auch Pflaster verschrieben. Die zwei folgenden Medikamente zählen zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten.

  • Evorel
  • Evorel Conti

 

Evorel

evorelBei dem Medikament Evorel handelt es sich um ein Pflaster, welches den Wirkstoff Estradiol enthält. Das Estradiol ist ein weibliches Geschlechtshormon, das über die Haut aufgenommen wird und von dort aus in den Blutkreislauf gelangt. Dadurch kann es gegen die typischen klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Scheidentrockenheit helfen.

Das Medikament wird auch sehr häufig zur Vorbeugung von Osteoporose eingesetzt.

Die Behandlung von klimakterischen Beschwerden mit einem Pflaster gilt als besonders schonend. Zudem ist die Behandlung damit sehr einfach. Das Pflaster wird auf eine saubere Hautstelle geklebt, wo es für mehrere Tage verbleiben kann.

Bei einer Behandlung mit dem Evorel Pflaster ist die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen deutlich geringer als bei einer Behandlung mit Tabletten. Dennoch können während der Behandlung Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden, Hautirritationen durch das Pflaster, Kopfschmerzen oder allergische Reaktionen.

Evorel Conti

evorel contiDas Pflaster Evorel Conti enthält neben Östrogen auch Gestagen. Die Therapie mit dem Pflaster gilt als besonders schonend. Zudem lindert das Pflaster oft schneller die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Scheidentrockenheit oder Stimmungsschwankungen. Darüber hinaus gibt es auch Hinweise darauf, dass das Risiko für einen Herzinfarkt, anders als bei der Einnahme von Tabletten, hier nicht erhöht ist.

Evorel Conti lindert nicht nur bestehende Beschwerden, es kann auch vorbeugend gegen die Entstehung von Osteoporose eingesetzt werden.

Obwohl die Anwendung von Hormonpflastern im Allgemeinen als sehr verträglich gilt, kann es zu Nebenwirkungen kommen. Bei diesen Nebenwirkungen kann es sich um Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder Hautirritationen kommen.