Hormonersatztherapie

Die Veränderungen des Hormonhaushaltes in den Wechseljahren gehen an keiner Frau spurlos vorüber. Der Körper reagiert auf die Veränderungen mit Symptomen, die die Lebensqualität der Frau erheblich einschränken können. Um dem Körper diese Übergangsphase zu erleichtern, und damit der Frau die lästigen Wechseljahresbeschwerden erträglicher zu machen, wird häufig eine Hormonersatztherapie empfohlen.

Verträglichkeit von Hormonen

HormonersatztherapieWie bei vielen anderen Medikamenten kann es auch durch die Gabe von Hormonen zu Unverträglichkeitsreaktionen oder Nebenwirkungen kommen. Diese sind im Falle der Hormonersatztherapie bei Frauen oft sehr klar zu definieren. Mögliche Beeschwerden sind dabei:

  • Gewichtszunahme
  • Ödeme durch Wassereinlagerungen im Gewebe
  • irreguläre Blutungen
  • Brustspannen
  • Magen-Darmbeschwerden

Die Nebenwirkungen der Hormone können auf den weiblichen Körper also eine ähnliche Wirkung ausüben wie die natürliche Hormonveränderung im Laufe eines monatlichen Zyklus.

Beschwerden häufig nur zu Therapiebeginn

Die genannten Nebenwirkungen der Hormonersatztherapie treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf. Dafür ist dann vor allem eine zu hoch gewählte Dosierung verantwortlich. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich die Frau zu Beginn ihrer Hormonersatztherapie regelmäßig mit ihrem Arzt austauscht.

Sollten nämlich ungewollte Nebenwirkungen auftreten, so lassen sich die oft schon mit einer Dosisanpassung reduzieren. Und meist verschwinden die Beschwerden bei der richtigen Dosierung vollständig.

Hormontherapie nicht immer für körperliche Veränderungen verantwortlich

Die meisten Frauen haben Angst davor aufgrund der Hormontherapie an Gewicht zuzunehmen. Allerdings sind es nicht immer nur die künstlich zugeführten Hormone, die diese körperliche Veränderung hervorrufen.

Ab einem gewissen Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel im Körper und der allgemeine Energiebedarf sinkt. Das führt dann häufig zu einer Gewichtszunahme, obwohl es keine Veränderung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten gibt. Es kann daher sinnvoll sein, unabhängig von einer Behandlung mit Hormonen, die Ernährung umzustellen oder mehr Bewegung in den Alltag einzubauen.

Anwendung der Hormonersatztherapie

Zu Beginn des Klimakteriums (Wechseljahre) haben die meisten Frauen noch ihre Menstruationsblutung. Allerdings findet diese nur noch sehr unregelmäßig und in unterschiedlich starker Form statt.

Diese Störungen im Zyklus werden durch den langsam sinkenden Progesteronspiegel verursacht. Diesen Zyklusstörungen kann der Arzt entgegenwirken, indem er das Hormon Gestagen verschreibt.

Im weiteren Verlauf der Wechseljahre sorgt dann der sinkende Östrogenspiegel für die typischen Wechseljahresbeschwerden. Dem kann der Arzt mithilfe von künstlichem Östrogen entgegensteuern.

Allerdings ist es sinnvoll, auf eine Hormonkombination zu setzen. Denn wenn die Frau aufgrund ihrer klimakterischen Symptome ausschließlich Östrogene einnimmt, dann kann dadurch die Schleimhaut der Gebärmutter ungehemmt wachsen. Und die wuchernde Gebärmutterschleimhaut kann zu Gebärmutterkrebs werden. Daher werden Frauen, deren Gebärmutter nicht entfernt wurde und die ihre Hormone in oraler Form einnehmen, auf ein Kombi-Präparat eingestellt.

Dieses Kombi-Präparat enthält neben dem Hormon Östrogen auch das Hormon Gestagen.

Therapieformen

Die Hormone können im Zuge der Therapie in unterschiedlicher Form eingenommen werden. So ist es beispielsweise möglich, dass die Frauen ihre Hormone durchgängig einnehmen. So kann zum Beispiel eine sogenannte kontinuierliche Hormontherapie mit einem Kombi-Präparat aus Östrogen und Gestagen dazu führen, dass die Regelblutung gänzlich ausbleibt.

Frauen, die ihre Regelblutung in einem frühen Stadium der Wechseljahre wieder regelmäßig bekommen möchten, denen kann der Arzt eine sequenzielle Hormontherapie anbieten. Das Prinzip dahinter ist ähnlich wie bei der Einnahme der Verhütungspille. So nimmt die Frau im Rahmen der sequenziellen Hormontherapie über einen bestimmten Zeitraum (zum Beispiel drei Wochen) das Hormon Östrogen ein. Danach nimmt sie über einen bestimmten Zeitraum (zum Beispiel zehn Tage) das Hormon Gestagen ein. Danach folgt eine Einnahmepause von sieben Tagen. In dieser Zeit findet eine Abbruchblutung statt.

Die angewendete Therapieform wird vom Arzt zusammen mit der Frau beschlossen.

Arzneiformen

Die Hormonersatztherapie besteht häufig aus der oralen Einnahme von Tabletten. Tabletten haben den Vorteil, dass sich hier die Dosis sehr gut anpassen lässt. Gerade zu Beginn einer Hormonersatztherapie (HET) ist diese Darreichungsform besonders zu empfehlen.

Daneben gibt es noch weitere Arzneiformen, die im Rahmen der Hormontherapie zum Einsatz kommen können.

  • Cremes und Gels
  • Pflaster
  • Hormonspritzen
  • Nasenspray
  • Vaginalzäpfchen

Alle Anwendungsformen haben verschiedene Vor- und Nachteile. Es obliegt dem Arzt und der Patientin darüber zu entscheiden, welche Arzneimittelform in ihrer Wirksamkeit und in ihrer Verträglichkeit am besten zur Frau passt.

Fazit

Eine Hormonersatztherapie ist für Frauen ein zuverlässiger Weg, den lästigen Beschwerden der Wechseljahre zu entgehen. Dabei sind ungewünschte Nebenwirkungen ebenso wenig ausgeschlossen wie das Risiko für bestimmte Erkrankungen. Mit der richtigen Therapie, den richtigen Arzneimitteln und der passenden Dosierung lassen sich aber sowohl die klimakterischen Beschwerden als auch die Risiken und Nebenwirkungen der Therapie minimieren.